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Zweiter Wettkampftag

Jung und leistungsstark

Zwei Tage, 13 Teilnehmer, 19 Stunden, rund 90 Einzelteile und am Ende ein Sieger, aber 13 Gewinner: Willkommen bei der Deutschen Meisterschaft im Tischler- und Schreinerhandwerk 2012.

Das rotierende Blatt der Formatkreissäge, die oszillierende Kantenschleifmaschine, der schrille Sound der Handoberfräsen – es ist irrsinnig laut. Nur hin und wieder schweigen die Maschinen. Dann spürt man die Anspannung – eine positive wohlgemerkt – und blickt in konzentrierte Gesichter.

Es ist bereits der zweite Wettkampftag und die Aufgabe ist nicht leicht. Ein Lowboard mit Klappe und Schubkasten soll in 19 Stunden aus rund 90 Einzelteilen gefertigt werden – alles natürlich in guter Handwerks-manier: mit Schlitz- und Zapfenverbindungen oder wie bei der Schub-lade klassisch gezinkt.

Faktor Zeit

„Die besondere Herausforderung ist das richtige Zeitmanagement. Da muss jeder Handgriff sitzen“, sagt Gunter Kiem, der als Vorsitzender der Jury die fünfköpfige Bewertungskommission leitet. Das sei auf diesem Level aber auch angemessen, findet der erfahrene Schreiner-meister. Schließlich handele es sich bei den 13 Teilnehmern um die Besten ihres jeweiligen Bundeslandes.

100 Punkte darf die Jury maximal vergeben. Es geht um Maßgenauigkeit, die Oberfläche wird bewertet und die Beschläge sowie die beweglichen Teile müssen gut passen. Es geht aber auch um etwas anderes: „Wer eine Idee davon bekommen möchte, was wir Schreiner unter Leistung und Ausbildungsqualität verstehen, denen sage ich: Schaut Euch doch bitte unseren Nachwuchs an“, sagt Kiem, „was hier geleistet wird, hat sehr hohes Niveau.“

Teamgeist zählt

Stefan Voß ist ebenfalls Jurymitglied. Er hat die Arbeiten seit dem ersten Tag überwacht und findet vor allem den Teamgeist unter den Teilnehmern sehr beeindruckend. „Trotz der Wettkampfsituation“, schließlich qualifiziere sich der Gewinner ja auch für die Berufswelt-meisterschaften (WorldSkills) Anfang Juli 2013 in Leipzig, „helfen sich die Teilnehmer gegenseitig. Geben sich Tipps oder reichen die Maschi-nen weiter.“ Es gebe nicht diesen ungesunden Konkurrenzkampf. „Jeder möchte einfach zeigen, was er drauf hat. Es gibt zwar einen Sieger, aber auch 13 Gewinner.“

Dabei sein, ist alles

Gewinner sind die 13 Finalisten auch deshalb, weil alle am Ende dieses Tages die Herausforderung gemeistert haben. 13 Lowboards stehen ordentlich aufgereiht in der Axel-Bruns-Schule – bereit für den Abtransport zum Kreishaus des Landrates in Celle. Wo am nächsten Tag die Siegerehrung stattfinden wird.

Und jetzt, wo die Anspannung allmählich der Vorfreude weicht, zeigen sie echten Sportsgeist. So würde zwar jeder gerne als einer der drei Erstplatzierten eine der begehrten Handmaschinen von Festool und einen der umfangreichen Warengutscheine von SPAX International gewinnen. Doch sie wissen auch, wer immer das Siegertreppchen besteigen wird, alle haben etwas Großartiges erreicht.

Berlin, 7. November 2012

Ansprechpartner für die Redaktion:

Fridtjof Ludwig
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